Informationen für (Charter) Skipper

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Skipperverantwortung

Es geistert durch die Literatur und auch die Ausbildung:

„Der Skipper ist für alles verantwortlich“

Das stimmt so nicht:

Auch der Skipper ist nur verantwortlich, wenn er rechtswidrig bzw. schuldhaft handelt.

Ob das der Fall ist, wird im Ernstfall von Gerichten entschieden.

Das Problem dabei:

Eindeutig ist, dass der Skipper als Sachverständiger gesehen wird und auch als solcher haftet.

Das bedeutet: An seine Kenntnisse werden hohe Anforderungen gestellt.

Er muss wissen, was er tut und kann sich nicht auf mangelnde Ausbildung oder fehlendes Wissen  berufen.

Nicht eindeutig ist, welche Aufgaben und Pflichten der Skipper eigentlich hat.

Auch hier werden oft Formeln wie „gute Seemannschaft“, Skipperaufgaben etc. verwendet.

In  Sinn von verbindlichen Normen definiert sind sie nirgends.

Nach meiner Einschätzung orientieren sich Skipper am besten an Regel 2 der KVR (Verantwortlichkeit):

Diese fordert umsichtiges Verhalten.

Zitat:

a) Diese Regeln befreien ein Fahrzeug, dessen Eigentümer, Kapitän oder Besatzung nicht von den Folgen, die durch unzureichende Einhaltung dieser Regeln oder unzureichende sonstige Vorsichtsmaßnahmen entstehen, welche allgemeine seemännische Praxis oder besondere Umstände des Falles erfordern.

b) Bei der Auslegung und Befolgung dieser Regeln sind stets alle Gefahren der Schifffahrt und des Zusammenstoßes sowie alle besonderen Umstände einschließlich Behinderungen der betroffenen Fahrzeuge gebührend zu berücksichtigen, die zum Abwenden unmittelbarer Gefahr ein Abweichen von diesen Regeln erfordern.

Was ist zu tun?

Abgesehen von der kompetenten Schiffsführung und der Sicherheitseinweisung der Crew scheint mir wichtig, dass der Skipper klare Regeln für die Hierarchie und die Arbeitsabläufe an Bord aufstellt und für deren Einhaltung sorgt.

Vordringlich dabei: Jedes Crewmitglied muss wissen, wer über Manöver entscheidet und diese kommandiert, sie letztlich also auch verantwortet.

Das unter zwei Aspekten: Wenn der Skipper an Deck oder nicht an Deck ist.

Ebenso klar muss sein, wann der Skipper zu entscheiden hat, also gefragt und dazu wenn notwendig auch geweckt werden muss.

Dringend zu empfehlen sind auch Mitseglervereinbarungen, welche Aufgaben, Kostenteilung  und Haftung der Mitsegler untereinander regeln.