Privatgutachten:

Vorbemerkung:

Grundsätzlich haftet jeder Sachverständige gegenüber dem Besteller - also auch für Privatgutachten - nach demselben, strengen Sorgfaltsmaßstab wie ein gerichtlich beauftragter Sachverständiger. (Haftung nach § 1299 ABGB)

Das bedeutet, dass der Auftraggeber aber auch Dritte erwarten können, dass das Gutachten von einem besonders sachkundigen, unparteiischen und zur Objektivität verpflichteten Sachverständigen erarbeitet wird.

Festgelegt sind die Verhaltensgrundsätze für das Verhalten eines Gerichtssachverständigen in Österreich in den Standesregeln für gerichtlich zertifizierte Sachverständige.
Äußeres Zeichen dieser Eigenschaft ist die Verwendung des SV-Siegels.

Eine wichtige Frage vorab:
Kosten:

Wenn kein Kostenvoranschlag möglich ist, informiere ich Sie vor Auftragserteilung über die voraussichtlichen Kosten und deren Berechnung.
Ist erkennbar, dass der geschätzte Kostenrahmen nicht ausreicht, informiere ich Sie so rechtzeitig, dass ein sinnvoller Abschluss der bisherigen Leistung möglich ist.
Die Kostenschätzung und alle dafür zu klärende Fragen sind kostenlos.
Dazu zählt auch die Prüfung, ob die Aufgabenstellung in meine Kompetenz fällt und die Beratung über einen sinnvollen Umfang des Gutachtens.
 

Privatgutachten:

Die Ergebnisse jedes Gutachtens sind abhängig von der Fragestellung.
Im Privatgutachten stellt diese der Auftraggeber bzw. kann mit dem Sachverständigen besprechen, welche Fragen sinnvoll sind.
Für Gerichtsgutachten stellt sie das Gericht.
Von diesem nicht gestellte Fragen werden vom gerichtlich bestellten Sachverständigen auch nicht beantwortet!
   

Gerichtlich zertifizierte Sachverständige dürfen auch für private Auftraggeber keine "Gefälligkeitsgutachten" erstellen aber sie dürfen die Problematik auf Grundlage der Fragen behandeln, die sich dem Auftraggeber stellen. Der Privatgutachter darf auch das Gutachten des vom Gericht bestellten Sachverständigen überprüfen.
Die Bewertung der Bedeutung dieser Fragen für das Verfahren und die der Beantwortung bzw. Gutachtenüberpfrüfung bleibt allerdings allein dem erkennenden Gericht überlassen!

Gründe für Privatgutachten:

Die Überprüfung, inwieweit eine persönliche (subjektive) Einschätzung eines Sachverhaltes auch einer objektiven Beurteilung standhält.

Prüfung der Erfolgsaussichten und Vorbereitung eines Verfahrens

Kontrolle des Gutachtens des gerichtlich bestellten Sachverständigen

Vorbereitung der Befragung des vom Gericht bestellten Sachverständigen.

Ergänzend zu diesen verfahrensspezifischen Fragen fällt die kompetente und unparteiische Beantwortung fachspezifischer Fragen ebenfalls in den Bereich von Privatgutachten.

Auftraggeber und Nutzniesser sind in diesem Fall in erster Linie staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen bzw. Organisationen sowie Interessenvertretungen. 

Beim Privatgutachten zu bedenken:
Aufgrund der strengen Befangenheitsregeln für Gerichts-SV darf ein Privatgutachter in derselben Sache nicht mehr als vom Gericht bestellter Gutachter tätig werden. 
Das selbst dann nicht, wenn er für den Auftraggeber kein Gutachten erstellt aber eine Meinung geäußert hat.